Die Beueler Wäscherinnen und ihre Weiberfastnacht

202 Jahre Brauchtumsgeschichte brachte Psychotherapeutin und Heimatforscherin Anja Diegeler mit auf unsern Clubabend im März.

In ihrer Forschungsarbeit beschäftigt sie sich mit dem Wäscherinnenaufstand in Beuel von 1824 und was sich daraus entwickelt hat. Sie beschrieb mithilfe alter Text- und Bilddokumente, wie die Frauen damals als Wäscherinnen am Rhein gearbeitet, oder besser: geschuftet, haben. Als dann wieder einmal die Ehemänner in der Karnevalszeit das schwer verdiente Geld ihrer Frauen verprassten, kam es zum Aufstand: Endlich verbündeten sich die Frauen, sie trafen sich, tauschten sich über ihr Leben und ihre Männer aus und gewannen so an Selbstbewusstsein und Macht.

Stärke durch Zusammenhalt

Aus diesen Zusammenkünften entstand das Beueler Damenkomitee, dass die Männer mit Moritaten und Spottversen überhäufte.

Viele Dokumente sind durch die Kriege zerstört worden. Durch akribische Recherche hat Anja Diegeler dennoch die Biografien von 23 beteiligten Frauen rekonstruieren können. Deren Leben und Wirken möchte sie nun sichtbar machen.

Es bleibt interessant, was sie in der nächsten Zeit noch über benannte Wäscherinnen und über ihre Nachkommen herausfinden wird. – Bei einem ist sie sich so gut wie sicher: Die Wiege der Weiberfastnacht steht in der Feldstraße 4.“ – Dem Ort in Beuel, in dem eine ganze Wäscherinnen-Dynastie zusammengearbeitet, gewirkt und den Aufstand aller Voraussicht nach angezettelt hat.

In der nächsten Karnevalssession werden wir gerne an diesen Vortrag zurückdenken, wenn die Beueler Wäscherinnen wieder das Rathaus stürmen und sich den Schlüssel nicht mehr aus der Hand nehmen lassen.